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Reisebericht: zum Kilimanjaro in Tansania

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Das Flugzeug neigt sich im Landeanflug nach links und gibt den Blick auf den höchsten frei stehenden Berg Afrikas frei, den Kilimanjaro.

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Das Eis der Gletscher leuchtet in der Abendsonne und ich kann einen kurzen Blick in den Vulkankrater werfen. Ein beeindruckender Anfang meiner Reise! Sobald ich afrikanischen Boden unter meinen Füßen habe, nehme ich den erdigen Geruch war, der sich so sehr von dem Europas unterscheidet. Die nächsten Wochen werden mir zeigen, dass Tansania und Deutschland auch in vielen anderen Punkten zwei unterschiedliche Welten sind.

Mein Ziel ist Moshi, eine Kleinstadt an den Hängen des Kilimanjaro. Hier treffen Kaffeeanbau und Tourismus aufeinander. In den engen, staubigen Straßen geht es laut und bunt zu. Autos, Mofas, Handkarren und Fußgänger drängen sich aneinander vorbei und kollidieren dabei immer wieder. Die heruntergekommenen, vollgestopften Sammeltaxis werden Dalla-Dalla genannt und sind hier der öffentliche Nahverkehr. Ich habe noch nie mit so vielen Menschen in so einem kleinen Fahrzeug gesessen. Der Fahrer brettert durch die Schlaglöcher, während der zweite Mann das Fahrgeld einsammelt und dabei grundsätzlich halb aus der offenen Schiebetür hängt. Hakuna matata ist das Motto, mach Dir keine Sorgen!

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Untergebracht bin ich in einem zentralen Bed and Breakfast, dem Tembotamu. Tembotamu ist Suaheli und bedeutet auf Deutsch „süßer Elefant“. Meine Gastgeber Sandra und Frank sind aufgeschlossen und herzlich und ich fühle mich sofort wie zu Hause. Nur dass bei mir zu Hause nicht so viele Moskitos herumfliegen und ich vor dem Schlafengehen nicht unter dem Bett nach Spinnen und Schlangen Ausschau halte. Aber man gewöhnt sich an vieles. Die stundenlangen Stromausfälle trage ich schon bald mit Fassung. Das tropische Klima ist in Moshi gut auszuhalten, da die Stadt auf einer Höhe von fast 1000 Metern liegt. Malaria ist trotzdem ein Problem, aber die entsprechende Tablettenprophylaxe hilft weiter. Auch Sandra aus Neuseeland und ihr tansanischer Mann Frank helfen mir bei jedem Problem weiter. Mit ihnen lerne ich den Markt kennen, auf dem die Kunden unter anderem lebende Hühner erstehen. Ich bin von den vielen exotischen Gerüchen nach Gewürzen, Obst und Tieren ganz überwältigt. Für eine Pause eignen sich hervorragend die vielen kleinen Coffeeshops, von wo aus ich fast täglich bei einer Tasse einheimischem Kaffee dem Trubel auf der Straße zusehe. Aber selbst dort bin ich nicht vor Kindern und Straßenhändlern sicher, die mich Mzungu (Weißer) nennen und mir etwas verkaufen wollen. In Moshi kann man sich als Ausländer nicht tarnen. Man fällt einfach überall auf.

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In meiner zweiten Woche verlasse ich Moshi zusammen mit Frank, der jetzt mein Tourguide ist und mir auf einer Safari die Tierwelt Tansanias nahebringen wird. Unterwegs auf der Autobahn zum berühmten Ngorongorokrater und der Serengeti kann ich das ländliche Leben Ostafrikas betrachten. Die Autobahn ist mit einer unbefestigten, zweispurigen Landstraße bei uns zu vergleichen. Ziegen, Kühe und Esel grasen am Rand, in bunte Tücher gewickelte Frauen gehen meilenweit zu Fuß und tragen dabei Koffer oder Wassereimer auf dem Kopf. Ich fühle mich sehr privilegiert und etwas beschämt. Wie leicht ist doch das Leben in Deutschland.

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Die nächsten Tage lebe ich im Busch. Die natürliche Schönheit Tansanias ist überwältigend und auf keinem Foto auch nur annährend darzustellen. Dank Franks Erfahrung sehe ich in den unterschiedlichen Nationalparks die „Big Five“, also Elefanten, Büffel, Löwen, Nashörner und Leoparden. Zahllose Paviane unterhalten uns, wenn sie um das Auto herumturnen, und ein Nilpferd steigt sogar aus seinem Tümpel für mich. Die Nächte verbringen wir in Zeltcamps. Die dünnen Wände dämpfen die nächtlichen Geräusche der Steppe kaum und ich verbringe unruhige Stunden mit wilden Fantasien über einen möglichen Besuch von einem Gepard, bis ich schließlich einschlafe. Nach einem reichhaltigen Frühstück geht es jeden Morgen wieder auf die Pirsch – umgeben von unbeeindruckten Wildtieren und vielen anderen Touristen aus aller Welt in ihren Safariautos.

Den Kilimanjaro habe ich übrigens nicht bestiegen. Dafür hat nach der Safari mein Geld nicht mehr gereicht. Aber als ich am Ende meines Urlaubs ins Flugzeug steige, habe ich das sichere Gefühl, nicht das letzte Mal in Moshi gewesen zu sein. Tutaonana tena! Wir sehen uns wieder!

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