Cluburlaub

Die Vergangenheit zeigt den Weg in die Zukunft. Das Wir-Gefühl als Grundidee der Clubs ist und bleibt ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Die klassischen Clubmarken stehen vor einer großen Herausforderung. Sie müssen fit für die Zukunft werden. Die Macher schöpfen ihre Visionen aus den Erfolgsrezepten der Vergangenheit, garnieren sie mit besonderen Emotionen und einem großen Schuss Social Media.

Etwas irritierend ist das schon: Befragt nach ihrer Zukunftsvision für die Urlaubsform Ferienclub, antworten Touristiker, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen, meist mit dem Satz: „Da müssen wir zurückschauen.“ Aha. Zurück zu den Wurzeln statt ab in die Zukunft? Was widersprüchlich klingt, macht jedoch Sinn.

Das Wort Club war in den 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts ein wenig verpönt, wurde auch schon mal verschämt aus dem Markennamen gestrichen. Um neue Zielgruppen zu gewinnen, näherten sich Clubs den Hotelkonzepten an und Hotels nannten sich plötzlich Club. Mehr Urlauber brachte das nicht, sorgte aber für reichlich Verwirrung beim Verbraucher. Erst mit dem Erfolg der Clubmarke Aida dämmerte es einigen Strategen, dass die Grundidee eines Cluburlaubs, das kommunikative Gemeinschaftserlebnis, vielleicht doch ein gutes Konzept ist. Heute entwickelt sich der Clubmarkt wieder gut, meist sogar etwas besser als der Gesamtmarkt. Ein Beispiel: Als die Hotelbuchungen unter den Krisen in Ägypten oder Griechenland schwächelten, entwickelten sich die klassischen Clubmarken von Aldiana bis Robinson weiterhin gut. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, tönt es einem da stolz entgegen. Und vor allem an der Qualität gearbeitet. Aldiana etwa hat sich in den vergangenen vier Jahren konsolidiert, plant mit neuem Ehrgeiz für die Zukunft. Aldiana setzt verstärkt auf Gourmet- und Spezialwochen und will das Thema Emotionalität in den Vordergrund rücken. Mitbewerber Calimera hat sich gerade selber neu entdeckt und einen eigenen Katalog aufgelegt. Ehrgeiziges Ziel bei der DER Touristik für die Hotelmarken verantwortlich: „Wir wollen auf Augenhöhe mit den drei Großen.“ Das Rezept für die Zukunft: stärker auf die Bedürfnisse der Heranwachsenden achten, um sie zu Kunden der Zukunft zu machen. Das reicht von Aktivitäten bei Facebook bis zu so praktischen Dingen wie Steckdosen im Zimmer zum Aufladen der Smartphones.

Am konsequentesten verfolgt Robinson seine Zukunftsstrategie. Robinson sieht die Rückbesinnung auf das Wir-Gefühl als wichtigen Schritt in diese Richtung sowie die Stärkung des Community-Gedankens. Die Einführung des kostenlosen W-LAN in allen Clubs hat einen ungeheuren Schub ausgelöst. Die VernetzungFun on the beach der Gäste untereinander wird immer wichtiger. Sie verabreden sich nicht nur während des Urlaubs per Smartphone, sondern bereits davor. Es entstehen Freundschaften und man lernt neue Leute kennen, mit denen ein gewisser Grundkonsens vorhanden ist. Für den Vordenker in Sachen Club ist diese Harmonie unter den Gästen eine wichtige Größe und wichtig für den Erfolg. 70 Prozent Stammkunden, eine Gästezufriedenheit von durchschnittlich 90 Prozent pro Jahr und eine Weiterempfehlungsrate über alle Clubs bei Holidaycheck von 92 Prozent sind ein guter Beweis, dass die These stimmt.

Individualität ist ein weiterer Trend mit Zukunft. Der Gast von heute will sich entscheiden können. einen Abend geht es zu zweit ins Spezialitätenrestaurant mit Service, am nächsten an den Achtertisch zu unbekannten Menschen und zum Büfett. Gleichzeitig sei der Anspruch an die Qualität enorm gestiegen. Die Hardware dürfe gleichwertigen Hotels in nichts nachstehen und der Kunde lege immer mehr Wert auf gutes Design, bestes Essen und Top-Unterhaltung. Gästeshows sind out, Live-Entertainment ist in. Doch ein Klassiker hat überlebt: Der gute alte Clubtanz funktioniert immer noch und wird bei Robinson 13.750 Mal pro Jahr zelebriert. Die Lust der Gäste am Mitmachen ist ungebrochen.

Erfolg mit Trendsportarten. Genauso wichtig wie gute Hardware, gute Shows und gutes Essen sind die weiteren Angebote des Clubs. Dazu zählen die Wohlfühlstunden im Wellnessbereich genauso wie das Fitnessprogramm. Und da lässt sich in Zukunft vor allem mit Trendsportarten punkten, sind viele Clubstrategen überzeugt, von Aldiana über Calimera bis Robinson. Allerdings zeigen sich besonders bei den Trainern und beim eingesetzten Material die Unterschiede der Clubmarken. Genügen bei den deutlich preiswerteren Calimera-Clubs erfahrene Trainer, müssen es bei Robinson ausgebildete Top-Lehrer sein, die Freude an der Arbeit haben und Gäste aller Leistungsstufen abholen können. Club Med ist besonders stolz auf das hochwertige und top-aktuelle sportliche Equipment. Das Portal Cluburlaub.de gilt seit mehr als zwanzig Jahren als FachmaPlaying with ballnn für Cluburlaub. Befragt nach seinen Zukunftsvisionen schaut auch das Portal zunächst zurück und lobt, dass sich die klassischen Marken wieder zurück zu Clubs entwickeln. Gemeinsam Sport treiben, kommunizieren, neue Leute kennenlernen, sich mit Gleichgesinnten auf einem gewissen Niveau austauschen – das ist die Grund-DNA der Clubs. Ein weiterer Trend: Clubs entwickeln sich immer mehr zu Kommunikationszentren, vernetzen sich zunehmend auch intern. Als Beispiel ist die „White Nights“ bei Robinson zu nennen, in denen via Großleinwand von einem Club zum anderen geschaltet wird. Für ihn ist das eine Steigerung des Mottos „Wir sind Club“. Künftig werden sich die Anbieter noch mehr auf ihre eigenen Stärken besinnen. Dazu gehöre es, unvergessliche und sehr emotionale Momente zu schaffen, die im Gedächtnis bleiben. Die könnten Hotels nicht bieten, da ihnen das entsprechende Personal fehle. Ein Beispiel: Die Gäste sind nachts auf den Balkon gegangen und unten im Garten waren aus vielen brennenden Kerzen die Worte „Gute Nacht“ geschrieben. Das sind Überraschungen, die unter die Haut gehen.

Nicht zu unterschätzen sei auch der Promifaktor. Bei Aldiana sind es vor allem Star-Köche, bei Robinson die Spitzensportler. Aber auch „normale“ Schauspieler schätzen als Gäste die Atmosphäre in den Clubs. Und dass sie von den dortigen Gästen in Ruhe gelassen werden – auch wenn die hinterher stolz erzählen, mit wem sie da gemeinsam Tennis gespielt oder an der Bar gestanden haben. Eine kostenlose Mundpropaganda, die älter ist als alle Clubs zusammen.

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