Etikette und No-Go’s im Urlaubsland

Oben ohne auf Fehmarn ist kein Problem, in anderen Ländern dagegen gibt’s teils harte Strafen dafür. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten, um nicht gegen die Etikette zu verstoßen und schlimmstenfalls im Gefängnis zu landen.

Grundsätzlich gilt, dass sich jeder vor Antritt einer Auslandsreise über die besonderen strafrechtlichen Bestimmungen des Landes informieren sollte, um seinen Urlaub nicht hinter schwedischen Gardinen zu verbringen. Denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Daher sollte man vorher ausgiebig Reiseführer studieren oder sich im Internet informieren: bei den Fremdenverkehrsämtern oder auf www.auswaertiges-amt.de.

Oben ohne sonnen
In Brasilien und den USA gilt oben ohne am Strand als Erregung öffentlichen Ärgernisses. Sogar das Wechseln der Kleidung am Meer kann schon zur Festnahme führen. Geldstrafen drohen auch in Hongktourist urlaub kameraong oder Thailand.

Wer im Ausland die FKK-Kultur ausleben möchte, muss aufpassen: etwa in Ägypten, der Dominikanischen Republik, in Italien, Kenia, Südafrika, der Türkei und den USA sowie an Stränden auf den Malediven und vielen anderen Ländern drohen Nacktbadern empfindliche Strafen. Aber auch dort gibt es einige Strandregionen, die Ausnahmen zulassen.

Fotos machen
Militärische Anlagen sollte man lieber nirgendwo fotografieren, wenn man keine drastischen Strafen in Kauf nehmen will. Scharf sind die Gesetze etwa in Kamerun. Dort dürfen keine offiziellen Gebäude, Flughäfen oder Polizeistationen fotografiert werden. In Griechenland und Katar ist es beispielsweise untersagt, Flughäfen und Hafenanlagen abzulichten.

Flirten verboten
Wer in Singapur als Mann zu aufdringlich mit einer Frau flirtet, riskiert festgenommen zu werden und sogar eine Haft- oder Prügelstrafe. Wildes Küssen in der Öffentlichkeit ist in Japan, Malaysia oder den Vereinigten Arabischen Emiraten untersagt.

Gleichgeschlechtliche Paare sollten sich vor ihrem Urlaub genau über das Reiseziel informieren. Der Intimverkehr unter Homosexuellen ist etwa auf Jamaika, den Malediven, in Kuwait, Kenia, Marokko, Singapur, Sambia, Bahrain, Algerien, Nigeria, Tansania und Tunesien verboten. In Saudi-Arabien werden homosexuelle Handlungen mit Freiheitsstrafe oder Stockschlägen bestraft.

Handtuch klauen
Ein „Mitbringsel“ aus dem Urlaub sollte nicht das Hotelhandtuch sein. Wer Handtuch, Bademantel oder auch Aschenbecher aus der Anlage einfach einsteckt ohne es zu bezahlen, begeht im Ausland und ebenso in Deutschland einen Diebstahl.

Souvenirs einpacken
Vorsicht, wenn man aus dem Urlaub Steine, Pflanzen oder Kunstwerke als kleine Erinnerung mitbringen will! Wer geologische oder archäologische Fundstücke etwa aus dem Oman, der Türkei oder Griechenland ausführt, riskiert eine Haft- oder Geldstrafe. Die Ausfuhr von Antiquitäten aus Zypern, Mexiko und Ägypten ist verboten. Wer geschützte Pflanzen aus Brasilien, Kenia, Indien, Neuseeland, Südafrika oder Australien einpackt, findet sich ebenfalls schnell in einer Haftzelle wieder.Artenschutz_03

Arzneimittel mitbringen
Wer Arzneimittel mit auf Reisen nimmt, sollte sich zuvor erkundigen und sicherheitshalber ein Attest vom Arzt und einen Beipackzettel auf Englisch mitnehmen. In manchen Ländern gelten nämlich bestimmte – in Deutschland erlaubte – Schmerzmittel als Drogen, zum Beispiel in den USA, Mauritius, Sambia oder Oman.

Meinung äußern
Die freie Meinungsäußerung ist nicht überall auf der Welt gern gesehen. Auf Kuba sollte man als Besucher politische Aktionen unterlassen. Das kann einen in den Knast bringen. Auf den Malediven etwa ist jegliche christliche Missionsarbeit untersagt.

Menschen beleidigen
In Kenia sind auf Geldscheinen und Münzen Porträts der Präsidenten abgedruckt. Wer sie verschandelt, riskiert eine Strafe. In Thailand oder Jordanien macht man sich bei abfälligen Sprüchen über das Königshaus strafbar.

Alkohol trinken
Der Konsum von Alkohol auf der Straße ist beispielsweise in Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Estland, Lettland, Kuwait, Polen, Saudi Arabien und den USA untersagt. In vielen Ländern gilt eine strikte Null-Promille-Grenze, und das Fahren mit Alkohol am Steuer wird härter bestraft als bei uns.

Drogen nehmen
Der Besitz von Drogen ist auch in Deutschland strafbar. Im Ausland werden jedoch oft schon bei äußerst geringen Mengen und leichten Drogen harte Strafen verhängt.
In Jordanien zum Beispiel droht eine lebenslange Haftstrafe verbunden mit Zwangsarbeit. In Mexiko liegt die Mindestzeit für Drogendelikte bei zehn Jahren. Auf den Philippinen droht ab fünf Gramm lebenslänglich, in Tunesien bei weniger als einem Gramm schon ein Jahr.

Auf Kuba wird bei Kleinmengen bis zu 30 Jahre Haft, bei besonders schweren Fällen sogar die Todesstrafe angedroht. Die Todesstrafe für Drogendelikte gibt es auch in Kuwait, Ägypten, Malaysia, Oman, China, Singapur, Laos, Katar, Kuba, Saudi Arabien, Vietnam, Indonesien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Thailand.

Waffen tragen
Viele Touristen wissen nicht, dass im Ausland schon kleine Messer verboten sind. So ist in Dänemark das Führen von Messern mit einer Klinge über sieben Zentimeter nicht erlaubt. Verboten ist auch Tränengas-Spray in der Handtasche.

Das gilt ebenso für Griechenland, Kenia, Portugal und Schweden. In Holland sind realistische Imitationen von Pistolen untersagt. Wer nach Kenia reist, darf noch nicht mal eine Spielzeugpistole für seine Kinder dabei haben.

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