Frauen auf Geschäftsreise

Accessoires für Frauen

Frauen auf Geschäftsreisen sind anspruchsvoll: Sie brauchen leistungsstarke Föhne, geräumige Zimmer, gesundes Essen und guten Service. Immer mehr Hotels reagieren mit Frauenzimmern.

Männer haben es schon immer geahnt: Frauen sind anspruchsvoll, wollen umhegt und gepflegt werden und das Gefühl haben, etwas Besonderes zu sein. Auch Hotels kommen immer häufiger auf die Idee, sich besser auf die Wünsche weiblicher Gäste einzustellen. Denn: Die Zahl der Frauen, die geschäftlich unterwegs sind, nimmt zu. Hotels, aufgrund der Überkapazität im deutschen Markt stets zu neuen Marketing-Ansätzen gezwungen, entdecken die viel reisenden Business-Frauen als wirtschaftlich attraktive Zielgruppe und reagieren immer häufiger mit speziell für sie eingerichteten Zimmern. Die Angebote für weibliche Gäste reichen von leistungsstarken Föhnen und Riesenspiegeln bis hin zum Extraservice einer persönlichen Hausdame oder eines Kofferträgers.

Frauen haben viele Extrawünsche

Mitarbeiter der amerikanischen Hotelgruppe Hyatt befragten 18 Monate lang ausführlich ihre Kunden und nahmen die Frauenwünsche genauer unter die Lupe. Die Erkenntnisse sind wenig überraschend und decken sich größtenteils mit den Ergebnissen bestehender Studien zu diesem Thema: Frauen schätzen ein nettes Ambiente, persönlichen Service, sie brauchen in den Zimmern viel Platz und Stauraum. Im Bad schätzen sie große Spiegel, einen leistungsstarken Föhn und gute Beleuchtung. Außerdem sorgen sie sich mehr um ihre Sicherheit und gesunde Ernährung als Männer. Hyatt hat reagiert und in ihren Häusern weltweit Frauenzimmer mit speziellem Service eingerichtet. Im Bad etwa finden die Damen kleinere Bademäntel und neben Pflegeprodukten von ausgewählten Kosmetikmarken eine Begrüßungskarte, mit der sich die Hausdame namentlich vorstellt ufrau_flugzeugnd bei jeglichen Wünschen ihre Hilfe anbietet. „Frauen fragen nicht gern an der Rezeption nach einem Tampon“, weiß Kathrin Schaffner aus dem Park Hyatt Hamburg. Daher liegt im Zimmer eine Liste bereit, auf der die Damen fehlende Utensilien bestellen können – manches sogar kostenfrei. Vom Haarspray über den Lockenstab bis zur Yoga-Matte können sich die Damen verschiedene Produkte im Hotel besorgen. Auch ein Maniküre- und Pediküreservice auf dem Zimmer ist buchbar. Auf weibliche Essenswünsche haben die Hyatt-Häuser ebenfalls reagiert – mit leichten Speisen, frischen Säften, pürierten Frucht-Shakes und Gerichten, die die Damen selbst zusammenstellen können. 36 der insgesamt 252 Zimmer sind allein reisenden Frauen vorbehalten. Die Mitarbeiter in der Reservierung gehen die Buchungslisten durch und bieten Damen ein solches Zimmer aktiv an. Doch auch ein Mann käme sich dort nicht fehl am Platze vor. Abgesehen von der Zeitschrift Cosmopolitan auf dem Schreibtisch würde man das Frauenzimmer beim ersten Betreten nicht einmal als solches erkennen. Keine rosafarbene Tapete, keine Rüschen an der Bettdecke, keine Blumen auf dem Tisch. Es handelt sich um ruhige, zum Innenhof und abseits des Treppenhauses gelegene Standardzimmer ohne Verbindungstür, garniert mit einigen bei Frauen beliebten Zusatzelementen.

Das Kempinski Hotel Gravenbruch hat sich ebenfalls auf schnell umsetzbare Zusatzangebote beschränkt – allerdings gegen Bares. Für 20 Euro können Frauen seit März ein Körbchen mit Kuschelsocken gegen kalte Füße, Augenmaske, Peeling-Schwamm und -Lotion dazu buchen. Andere Häuser wie die Essener Mintrops Hotels, das Andel’s Berlin oder Kettenhotels von Best Western und Leonardo vermarkten schon länger Damenzimmer – teilweise sogar mit baulichen Veränderungen – und machen gute Erfahrungen.

Kunden zu fragen lohnt sich

„Unsere Frauenzimmer sind immer gut ausgelastet“, berichtet Sandra Dreher, bei Leonardo für Marketing und Vertrieb zuständig. Im Münchner und Berliner Leonardo Royal wurden von Anfang an jeweils 25 weibliche Zimmer gestaltet – in Lila, Grün und Dunkelrot und mit kissenreichen Betten. Ein mutiger Schritt, doch für Dreher notwendig. „Wichtig ist, dass sich die Zimmer unterscheiden.“ Doch auch Leonardo fragte vorher bei den Damen nach. Und auch sie wollten viel: Fahrstuhlnähe, starke Föhne, Frauenparkplätze, Gepäckservice, weiblichen Room-Service, Extra-Beleuchtung, Blumen, Frauenmagazine, Gelmasken und Wärmflaschen – alles ohne Aufpreis. Steckt wirklich viel Potenzial Stretching in the sunhinter dem Fokus auf Frauen oder ist am Ende alles nur ein Marketing-Gag? „Nein“, sagt Stephan Gerhard, Chef der Hotelberatungsgesellschaft Treugast, entschieden. „Die Frauenquote steigt. Für die Hotellerie sind solche Ansätze eine Marketing-Notwendigkeit.“ Der wirtschaftliche Nutzen dieser Zielgruppe wird unterschätzt, hat die Unternehmensberatung A. T. Kearny in einer Studie herausgefunden. Jeder fünfte Geschäftsreisende in Deutschland ist mittlerweile weiblich. Bisher stellen sich Leistungsträger aus Sicht der Berater zu wenig auf die Bedürfnisse der allein reisenden Business-Frauen ein. Dadurch entgeht den Anbietern bares Geld. Bis 2020 liege der potenzielle Mehrumsatz nach Schätzungen von A.T. Kearny sogar allein im Airline- und Bahnsegment bei bis zu 350 Mill. Euro. Denn: Die Mehrheit der Frauen wäre bereit, für zusätzliche Angebote wie komfortable Sitzplätze im Flugzeug, geräumigere Lounges und Hotelzimmer, gesundes Essen und schnellere Internet-Verbindungen zu zahlen.

Was Frauen wollen

Atmosphäre: Frauen legen viel Wert auf ein geschmackvolles und persönliches Ambiente. Viele Hotels begrüßen die Damen daher persönlich.

Gesundes Essen: Auch unterwegs wollen sich Frauen gesund ernähren. Immer mehr Hotels reagieren mit entsprechenden Speisekarten.

Sicherheit: Frauen haben mehr Angst als Männer. Hotels regieren darauf mhotelzimmer_frauit Extravideokameras, Türspionen und Sicherheitsketten für Frauenzimmer.

Platz: Größere Betten mit mehr Kissen, große Ablageflächen und mehr Stauraum–das wünschen sich Frauen.

Weibliche Accessoires: Ein leistungsstarker Föhn, Badewanne, Kosmetiktücher und andere weibliche Accessoires stehen ganz oben auf der Wunschliste.

Praktisches: Frauen empfinden mehr Stress auf Geschäftsreisen als Männer. Alles, was ihnen die Arbeit erleichtert, kommt an. WLAN, schnelles Internet, praktische Lage und Service im Hotel.

Info

In Deutschland ist der Anteil Geschäftsreisender Frauen mit gerademal 19 Prozent vergleichsweise gering. In Skandinavien liegt die Frauenquote bei 40 Prozent, in Frankreich bei etwa 35 Prozent.

Bis 2020 wird der Anteil an weiblichen Geschäftsreisenden hierzulande deutlich steigen. Er wird bei 38 Prozent liegen, prognostiziert die Beratung A. T. Kearny. Leistungsträger sollten sich stärker auf die weiblichen Bedürfnisse einstellen, so der Tipp der Berater.

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