Osteuropas Staaten – Ganz natürlich

Osteuropas Staaten holen enorm auf in Sachen Tourismus. Außer mit ihren attraktiven Städten locken sie zunehmend mit Natur: Ganz oben steht der Fahrradurlaub.

Zerklüftete Felswände längs der Elbe, malerische Städtchen, Burgruinen und Schlösser: Nicht allein in Deutschland gilt der Elberadweg laut Umfragen unter Fahrradliebhabern als die klare Nummer eins. Die tschechische Region Usti nad Labem (Aussig), als „Tor zu Böhmen“ in unmittelbarer Nachbarschaft zu Deutschland gelegen, entwickelt sich derzeit zum Mekka für Radfahrer. Ihre Etappe des Elberadwegs, die bereits jenseits der Grenze im sächsischen Kurort Bad Schandau beginnt und hinter der Stadt Steti (Wegstädtl) endet, gilt als eine der landschaftlich attraktivsten – und qualitativ besten:Parížská street is Prague's most exclusive shopping streets Zahlreiche Abschnitte wurden in den vergangenen Jahren erneuert und entsprechen mittlerweile den europäischen Normen.

Als Ziel für City Breaks haben sich die osteuropäischen Staaten längst etabliert. Städte wie Prag, Budapest, Danzig, Krakau oder Dubrovnik steigern ihre Besucherzahlen von Jahr zu Jahr. Doch die Kultur allein, die sich vor allem in den urbanen Zentren widerspiegelt, reicht nicht mehr: Mehr und mehr setzen Staaten wie Tschechien oder Polen auch auf ihre landschaftlichen Schätze. Und sie finden damit Eingang in die Kataloge der Veranstalter, auch für Pauschalreisen. Regionen wie Masuren, die polnische Ostseeküste und das Riesengebirge gehören dazu – aber eben auch die einmalige Natur Böhmens und Mährens, die wie geschaffen ist für intensive Wander- und Radtouren. So misst die Etappe zwischen Bad Schandau und Steti 110 Kilometer und ist in etwa drei Tagen zu bewältigen. Neben der felsenreichen Natur gibt es etliche weitere Sehenswürdigkeiten. So locken immer wieder wunderschöne Schlösser – unter anderem das, welches dem obersten Burggrafen des Königreichs Böhmen einst als Altersprague charles bridggeruhesitz diente. Besuche wert sind darüber hinaus die Bierbrauerei Breznak, in der Böhmisch Pils entsteht, und die Burgruine Schreckenstein, von der sich der Komponist Richard Wagner für seine Oper Tannhäuser hatte inspirieren lassen.

Reich an Naturschönheiten präsentiert sich wiederum das gleich hinter der Bezirksstadt Usti nad Labem gelegene Böhmische Mittelgebirge. In dem dort gelegenen,  unter Denkmalschutz stehenden Städtchen Litomerice (Leitmeritz) dreht sich alles um den Weinanbau. Radfahrer, die ihr Ziel kurzfristig ändern wollen, können in Aussig übrigens auf alternative Strecken wechseln – auf die Erzgebirgsmagistrale, den Ploucnice oder den Egerradweg.

Märchenhaftes Mittelmähren

Als ein weiteres Paradies für Radfahrer entpuppt sich die Region Mittelmähren im östlichen Drittel Tschechiens. Gleich 59 Routen bietet die Gegend um die Bezirksstadt Olmütz. Die wichtigste führt durchs Naturschutzgebiet Litovelské Pomoraví und längs der Morava. Dabei fühlen sich die Besucher bei ihren Touren durch Mittelmähren mitunter wie in einem Märchen. Romantische Winkel, hohArchway at tenement house at Warsaw's old town.e Stadtmauern, dunkle Türme und prachtvolle Parkanlagen finden sich in der Region reichlich. Die jahrhundertealte Ausstattung der Schlosszimmer oder die seltenen Porzellansammlungen tun ihr Übriges. Ein Schatz, den die Tourismusämter Mährens nutzen: Die Burgen und Schlösser bieten etliche Veranstaltungen, die von der Geschichte sowie den Sagen und Legenden inspiriert sind, die sich um die Gemäuer ranken. Die Stadt Olmütz selbst verfügt über historische Bauwerke wie den Wenzelsdom, in dem König Wenzel III. beigesetzt ist, den Erzbischofspalast, den romanischen Zdíks Palast und den Hauenschild Palast.

Wolfgang Amadeus Mozart komponierte hier seine 6. Sinfonie. Und auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes findet sich die 35 Meter hohe Pestsäule der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Damit allerdings wären wir schon wieder bei der Kultur und den City Breaks. Aber vielleicht ist es gerade das, was unsere östlichen Nachbarn wie Tschechien und Polen auszeichnet: die Möglichkeit, als Urlauber Städte und Natururlaub problemlos miteinander zu verbinden.

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